Werner Büttner gehört zu jener Generation, die zu Beginn der 80er Jahre als Reaktion auf die frühere, bildnerisch stark reduzierte Konzept- und Videokunst eine figürliche, quasi-expressive Malerei für sich wiederentdeckte. Im Unterschied zu den anderen „jungen Wilden“, die sich einer zeichenhaften, sinnlich gesteigerten Malweise bedienten, griff Büttner mit seinen Malerkollegen Albert Oehlen und Martin Kippenberger zu einem politisch motivierten „Realismus“, der sich am gesellschaftlichen Tagesgeschehen orientierte. Dabei wurde alles relativiert, was die Gesellschaft als Wertmaßstäbe benutzt, um sich einen Anstrich der Liberalität zu geben. Ironie und kritische Distanz wurden zum charakteristischen Ausdrucksmittel in den Bildern und Texten von Büttner, wobei aus dem Zusammenprall von Sprache und Bild eine zusätzliche Aussageebene entsteht. Die Schau in den Deichtorhallen schließt den von Zdenek Felix initiierten “Zyklus der Künstler-Freunde“, der 1994 mit Albert Oehlen begonnen und 1999 mit Martin Kippenberger fortgesetzt wurde.