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Kunst auf der Kulturmeile in der HafenCity

Siegreicher Entwurf des Wettbewerbs „Kunst auf der Kulturmeile in der HafenCity“: Thomas Schütte mit dem Beitrag „Tower of Talkers“ (2006). Foto: N. Tenwiggenhorn

Ergebnisse des Wettbewerbs international renommierter Künstler

14.6.2006 bis 23.7.2006

 

Thomas Schütte gewinnt Kunst-Wettbewerb für die HafenCity

Präsentation der Künstler-Entwürfe

Eine der zentralen kulturellen Einzigartigkeiten der Stadt, die Hamburger Kunstmeile, wird in die HafenCity verlängert. Mit dem Ziel, die neu entstehenden kulturellen Orte der HafenCity in die Hamburger Kunstmeile einzubinden, hatten die HafenCity Hamburg GmbH und die Kulturbehörde im Herbst vergangenen Jahres den Wettbewerb „Kunst auf der Kulturmeile in der HafenCity“ ausgeschrieben. Fünf international renommierte Künstler haben am Wettbewerb teilgenommen und ihre jeweiligen Vorschläge für ein dauerhaftes Kunstwerk im zentralen Eingangsbereich der HafenCity zwischen Deichtorhallen und dem Internationalen Maritimen Museum Hamburg im Kaispeicher B eingereicht.

Jürgen Bruns-Berentelg, Vorsitzender der Geschäftsführung der HafenCity Hamburg GmbH, sagte: „Als Auslober versteht sich die HafenCity Hamburg GmbH als Anstoßgeber für einen Prozess der Stärkung künstlerischer Positionen im neuen Stadtraum der HafenCity. Der Wettbewerb war ein erster frühzeitiger Schritt im Prozess der Verknüpfung von Kunstmeile und neuen Kulturorten in der HafenCity. Ich freue mich sehr darüber, dass der Wettbewerb durch ein hohes künstlerisches Niveau geprägt war.“

Die Idee eines künstlerischen Wettbewerbs zur Verlängerung der Hamburger Kunstmeile in die HafenCity war in Gesprächen mit Vertretern der wichtigsten Institutionen bildender Kunst in Hamburg entstanden. Der hierbei vielfach geäußerte Wunsch war, bedeutende Künstler der Gegenwart mit internationalem Ansehen zu eingehenden Überlegungen darüber einzuladen, in welcher Form eine künstlerische Interpretation die Verlängerung der Kunst- und Kulturmeile in die HafenCity unterstützen kann. Die fünf eingereichten Entwürfe wurden von einer unabhängigen Jury begutachtet, und der Wettbewerbsbeitrag „Tower of Talkers“ des Künstlers Thomas Schütte als Sieger nominiert.

Dr. Robert Fleck, Direktor der Deichtorhallen, sagte: „Die Jury hat Thomas Schütte als Sieger des Wettbewerbs nominiert, da sein Entwurf die überzeugendste und zugleich eine besonders vielseitige Lösung darstellt. Sein Entwurf errichtet ein Denkmal für die HafenCity und für die Verlängerung der Kunstmeile, welches sich gegen die umliegende Architektur durchzusetzen vermag und zugleich eine neue Form der ‚Kaffeeklappe’, der früheren Cafés des Hafens bildet. Der Besucher wird einen unvergesslichen Innenraum erleben, während die Außenhaut dieser Kiosk-Skulptur das Zitat orientalischer Formen mit der Fortführung der abstrakten Skulptur des 20. Jahrhunderts souverän verbindet. Auch mit der bestechenden Lösung von Tag- und Nacht-Situation erweist sich Thomas Schütte einmal mehr als einer der bedeutendsten Bildhauer seiner Generation. Er erhielt erst kürzlich den Lichtwark-Preis, die höchste Auszeichnung der Freien und Hanse-Stadt Hamburg im Bereich der bildenden Kunst, und ist Hamburg durch Ausstellungen und als zeitweilige Arbeitsstätte schon seit Jahren verbunden."

Thomas Schütte, 1954 geboren, in Düsseldorf lebend, gilt als herausragende Persönlichkeit in der mittleren deutschen Künstlergeneration. Sein bildhauerisches Werk umfasst die ganze Spannbreite von der architektonischen Skulptur bis zur monumentalen Figürlichkeit. Große Strenge, die das Groteske nicht ausschließt, und radikale Experimentierlust charakterisieren dieses Werk. Die höchste internationale Ehrung erfuhr Thomas Schütte, als er 1998/99 im maßgeblichen New Yorker Dia Center for the Arts - als erster Künstler überhaupt - eine dreitei-lige Retrospektive bekam. Die letzte umfangreiche Ausstellung 2003/04 in Winterthur, Grenoble und Düsseldorf bekräftigte erneut seine künstlerische Bedeutung. In Hamburg hat Schütte 1986 ein Erinnerungs-Mal an ermordete Widerstandskämpfer in Niendorf entworfen sowie 1995 das Dokumentenhaus in Neuengamme beispielhaft und beeindruckend neu gestaltet.

Marie-Luise Tolle, Senatsdirektorin, dankte der Jury sowie den „Künstler-Paten“ für ihre Unterstützung und hob hervor: „Die HafenCity Hamburg GmbH und die Kulturbehörde haben von Beginn des Wettbewerbs an auf die Expertise renommierter Hamburger Kunstvermittler gesetzt und ihnen als Berater und „Künstlerpaten“ eine wichtige Funktion im Gesamtprocedere eingeräumt. Damit haben wir zugleich unser Anliegen umgesetzt, in den städtebaulichen Prozess frühzeitig künstlerischen Sachverstand mit einzubeziehen. Das Ergebnis dieser Bemühungen, die fünf Wettbewerbsbeiträge international renommierter Künstler, war eine spannende Vorlage für die Jury, die es sich angesichts der Qualität der Einsendungen mit ihrer Entscheidung nicht leicht gemacht hat.“

Mit freundlicher Unterstützung der Deichtorhallen Hamburg werden alle fünf Entwürfe vom 14. Juni bis 23. Juli im Haus der Photographie ausgestellt.

Teilnehmende Künstler waren: Katharina Fritsch (Düsseldorf), Tobias Rehberger (Frank-furt/M.), Stephen Craig (Hamburg), Olaf Metzel (München) und Thomas Schütte (Düsseldorf).

Künstler-Paten: Dr. Christoph Heinrich, Martin Köttering, Claus Mewes und Prof. Dr. Uwe Schneede. Jury-Mitglieder waren: Dr. Robert Fleck, Direktor der Deichtorhallen Hamburg; Dr. Julian Heynen, künstlerischer Leiter K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen; Prof. Dr. Hanne Loreck, Hochschule für Bildende Künste; Silke Müller, stellv. Chefredakteurin art – Das Kunst-magazin und Harald Rüggeberg, Geschäftsführer der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

Für Rückfragen: Susanne Bühler, HafenCity Hamburg GmbH, Tel.: 040 - 37 47 26-14 oder Björn Marzahn, Kulturbehörde, Tel.: 040 – 428 24 207

Eine Ausstellung im Rahmen des Hamburger Architektursommers.