Foto: © Henning Rogge
Foto: © Henning Rogge
 

Hessischer Kulturpreis 2011 an F.C. Gundlach verliehen

Montag, 31.10.2011

Ministerpräsident würdigt den Modefotografen als Revolutionär der Kunstwelt.

Der Hessische Kulturpreis 2011 geht an drei stilprägende Designer: den Modefotografen F.C. Gundlach, den Grafiker Gunther Rambow und den Produktdesigner Dieter Rams. Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier wird die Auszeichnungen am 1. November im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt am Main überreichen.

Zur Jury-Entscheidung erklärte der Hessische Ministerpräsident: »Alle drei Preisträger stehen für eine starke Tradition des Landes Hessen im Design und Kommunikationsdesign und haben ihre Ausbildung in Hessen erfahren. Sie haben gemeinsam in den 50er und 60er Jahren in ihrer Form- und Bildsprache im Medien- und Kommunikationsdesign wie im Design die Alltags- und Kunstwelt zunächst in Deutschland, dann international revolutioniert und geprägt.«

F.C Gundlachs Modefotografie antizipierte den Zeitgeist der »befreiten Frau« und prägte in den 60er und 70er Jahren ein völlig neues Frauenbild. Bei Gunter Rambow waren es die einzigartige Plakatgestaltung, oftmals in Übergröße im sogenannten Schweizer Format und seine Bucheditionen wie beispielsweise die »Marienerscheinung in Kurhessen«, die Museen und Verlage schon früh auf seine Werke aufmerksam machten. Dieter Rams brachte mit seinen Entwürfen das klare, geradlinige und funktionale Design nicht nur in Deutschlands Wohnzimmer.

Die Stiftung F.C. Gundlach freut sich über die Auszeichnung ihres Stifters mit dem Hessischen Kulturpreis, der bis heute eine enge Bindung zu seinem Geburtsort Heinebach und seinem Ausbildungsort Kassel pflegt, wo er von 1946 bis 1949 die Private Lehranstalt für Moderne Lichtbildkunst bei Rolf W. Nehrdich besuchte.

Sein Weg als Fotograf, Sammler, Kurator und Museumsdirektor führte ihn seit dieser Zeit über Stuttgart und Paris in alle Welt, F.C. Gundlachs Modefotografien, die sich immer wieder mit gesellschaftlichen Phänomenen und aktuellen Strömungen in der bildenden Kunst auseinandersetzten, sind vielfach zu Ikonen geworden, haben ihren Entstehungskontext hinter sich gelassen und ihren Weg in Museen und Sammlungen gefunden.