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WOHIN KEIN AUGE REICHT – VON DER ENTDECKUNG DES UNSICHTBAREN


21. MAI BIS 5. SEPTEMBER 1999



Eine Ausstellung vom Arbeitskreis Photographie e.V. in Zusammenarbeit mit Wilhelm Schürmann und Dr. Zdenek Felix anlässlich der 1. Triennale der Photographie Hamburg 1999.

Wer sieht was? Was sieht die Photographie, was das Auge nicht sieht? Die Ausstellung WOHIN KEIN AUGE REICHT geht von der Urmotivation des menschlichen Blicks aus – der Neugier, alles zu erforschen und sichtbar zu machen, jeden Winkel und jedes Tabu auszuleuchten.

Sie begibt sich hinein in die Randzonen der vertrauten Wahrnehmung: in unbekannte oder unbeobachtete Winkel des Lebens, in die Wirren des gestörten oder heimlichen Blicks, in verborgene Archive oder Überwachungsapparate sowie in die unermesslichen Jagdgründe des Internets.

Die Bilder der Ausstellung führen etwa zu den Spuren vergangener Ereignisse, hinter Kulissen und Fassaden oder tauchen unter die Oberfläche - dabei bewegen sie sich immer wieder an den Grenzen des überhaupt Darstellbaren. Die Radikalität solcher Gratgänge jedoch wird oft erst im Licht neuer Zusammenhänge deutlich. So steht hier die mikroskopische Aufnahme neben dem aufklärenden Luftbild, der voyeuristische Blick trifft auf geheimes Archivmaterial, der schnelle Paparazzo-Schuss sieht sich aufwendig inszenierten Szenarien gegenüber.

Mit überraschenden Bildkonfrontationen versucht WOHIN KEIN AUGE REICHT herkömmliche Grenzen zwischen Kunst, Wissenschaft, Politik und Alltag im Zeichen einer bewussten Kultur des (Un-)sichtbaren zu verwischen.

So soll der Blick frei werden auf verstellte Prinzipien und verborgene Schichten dessen, was photographische Bilder leisten und bewirken können. Die Ausstellung möchte zu einer Diskussion über die heutige Kompetenz der Photographie beitragen, indem sie deren aktuelles Potential inmitten einer sich rapide verändernden Medienwelt facettenreich aufzeigt.

Die Ausstellung besteht aus ca. 300 Bildern aus über 100 Quellen, von Künstlern, Photographen und anonymen Autoren ebenso wie aus Archiven, Instituten oder dem Internet.

Künstlerinnen und Künstler:

Nancy Burson, The Bureau of Inverse Technology, The Center for Land Use Interpretation, Catherine Chalmers, Gregory Crewdson, Peter Garfield, Emmet Gowin, Fergus Greer, Naoya Hatakeyama, Jan Henle, Mike Kelley, Hans G. Lehmann, Yukio Nakagawa, NASA, Peter Piller, Toshio Shibata, Julian Rosefeldt & Piero Steinle, Thomas Struth, 20th Century Fox, Wolfgang Tillmans.


Die Ausstellung wurde ermöglicht durch freundliche Unterstützung der HASPA