Die Deichtorhallen Hamburg zeigen mit der Videoinstallation »We Are In Hell When We Hurt Each Other« (2020) eines der bedeutendsten Werke des amerikanischen Künstlers Jacolby Satterwhite. Er entwirft darin eine post-pandemische, post-revolutionäre Welt, die als virtuell-pastoraler Konzertsaal erscheint und explizit für Schwarze weiblich-gelesene Figuren erschaffen worden ist.
Satterwhite referiert darin auf den Körper in seiner ursprünglichsten, göttlichen Form – ein Status, der Schwarzen Körpern im Laufe der Geschichte immer wieder abgesprochen worden ist.
In seiner Kunst kombiniert Satterwhite verschiedene ästhetische Praktiken, die er zu beeindruckenden immersiven Installationen verdichtet. Digitale Animation, Illustration, Malerei, Bildhauerei und Fotografie werden mit Performance, Szenografie und persönlichen Archiven verbunden und zu vielschichtigen, fantastischen Bildwelten verdichtet. Die entstehenden Landschaften werden von futuristischen Avataren bevölkert, welche die Bewegungen des Künstlers selbst in den Fokus stellen. Dafür arbeitet Satterwhite mit digitalen Techniken wie Motion Capture und Animation und lässt sich in seiner Ästhetik von Videospielen inspirieren. Auf spielerische Weise verhandelt er Themen wie Konsum, Arbeit, Gesundheit und Heilung.
Jacolby Satterwhite verknüpft Zitate der westlichen Kunstgeschichte mit afro-futuristischen Visionen, Mythen und nicht-westlichen Ritualen sowie persönlichen Erinnerungen an seine Mutter. Einflüsse aus zeitgenössischem Tanz und queerer Club-Kultur lassen Satterwhites Videoinstallationen zum Leben erwecken und durchbrechen auf kraftvolle und visionäre Weise die Grenzen zwischen Geschlecht und Ethnizität.
Die Ausstellung wird im Rahmen des künstlerischen Residenzprojektes thehost.is in Kooperation mit Kampnagel realisiert. ü