ARCHIV
 

Werner Büttner: “Gangster im Kuchen”, 2000. 2 Ausführungen: Inkjet Plot, 131 x 122,5 cm;Mischtechnik auf Papier, 20 x 19 cm. © Foto: Wolfgang Günzel. Courtesy: Galerie Bärbel Grässlin, Frankfurt a.M.

6. Juni 2003 - 31. August 2003 in der nördlichen Deichtorhalle

 

Mit seiner subversiv-ironischen Kunst nimmt der Maler und Kunstprofessor Werner Büttner (geb. 1954) ein weites Themenspektrum aufs Korn. In seinen semi-gesellschaftskritischen Arbeiten versteht er es, auf provozierende Weise den Betrachter auf die eigenen und die ihn umgebenden Befindlichkeiten aufmerksam zu machen. Seit den späten 70er Jahren arbeitet Büttner als Maler, Zeichner, Grafiker und Texter. In der Hamburger Ausstellung liegt einer der Schwerpunkte auf den neuen großformatigen Collagen.

Werner Büttner: “Ist Humor ein Konzept der Natur?”, 1992; Öl auf Leinwand 240 x 190 cm.

Werner Büttner gehört zu jener Generation, die zu Beginn der 80er Jahre als Reaktion auf die frühere, bildnerisch stark reduzierte Konzept- und Videokunst eine figürliche, quasi-expressive Malerei für sich wiederentdeckte. Im Unterschied zu den anderen „jungen Wilden“, die sich einer zeichenhaften, sinnlich gesteigerten Malweise bedienten, griff Büttner mit seinen Malerkollegen Albert Oehlen und Martin Kippenberger zu einem politisch motivierten „Realismus“, der sich am gesellschaftlichen Tagesgeschehen orientierte. Dabei wurde alles relativiert, was die Gesellschaft als Wertmaßstäbe benutzt, um sich einen Anstrich der Liberalität zu geben. Ironie und kritische Distanz wurden zum charakteristischen Ausdrucksmittel in den Bildern und Texten von Büttner, wobei aus dem Zusammenprall von Sprache und Bild eine zusätzliche Aussageebene entsteht. Die Schau in den Deichtorhallen schließt den von Zdenek Felix initiierten “Zyklus der Künstler-Freunde“, der 1994 mit Albert Oehlen begonnen und 1999 mit Martin Kippenberger fortgesetzt wurde.

Kurzbiografie:

1954

In Jena/Thüringen geboren, lebt in Hamburg

1976

Gründung der "Liga zu Bekämpfung des Widersprüchlichen Verhaltens" mit Albert Oehlen

1977

Erste Ausgabe des Zentralorgans der Liga "Dum Dum" mit Albert Oehlen

1978

Bei Hilka Nordhausen, Hamburg

(Eines Tages werden wir Ihnen die Fenster zunageln, und dann kommt)

"Das Licht von der anderen Seite", Wandbild mit Albert Oehlen

1980

Einrichtung einer Samenbank für DDR-Flüchtlinge

mit Georg Herold und Albert Oehlen

1989

Professur an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg

 

Begleitpublikation

Im Juni 2003 erscheint ein begleitendes Buch im Taschen-Verlag:

 

"Büttner", Autor: Zdenek Felix, Flexi-cover, 184 x 245 mm, 192 Seiten

Katalog