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SEBASTIAÕ SALGADO - WORKERS


31. MAI BIS 1. SEPTEMBER 1996


Stärker als jeder andere lebende Fotograf zollt der aus Brasilien stammende Sebastiaõ Ribeiro Salgado mit seinen Bildern dem Leben der Arbeiter dieser Welt einen Tribut. Als Wirtschaftswissenschaftler ausgebildet, begann Salgado 1973 seine fotojournalistische Arbeit. Für die Reportage "Anderes Amerika" erhielt er den KODAK-Preis und wurde zweifach von dem International Centre of Photography in New York zum besten Fotografen des Jahres gewählt. Seine Fotobücher wie "An Uncertain Grace" und "Workers" wurden zu Weltbestsellern.

Bekannt geworden ist Sebastiaõ Salgado besonders durch seine sensiblen Bildreportagen über das Los der Hungernden in der Sahel-Zone oder der Landbevölkerung in Südamerika.

Mit „Workers“ liefert Salgado ein umfassendes Epos. Mehr als 350 schwarz-weiß Aufnahmen bilden eine Art "archäologische Perspektive" jener Tätigkeiten, die seit der Steinzeit über die industrielle Revolution bis hin zur Gegenwart die manuelle Arbeit ausmachten.

Salgados Aufnahmen zu „Workers“ enthalten Bilder von höchster Dramatik: höllenähnliche Szenerien aus einer indonesischen Schwefelmine, Kämpfe mit dem Feuer beim Löschen kuwaitischer Ölquellen, Schwerstarbeit brasilianischer Bergleute oder sizilianischer Thunfischer – diese Fotos liefern eine leidenschaftliche, engagierte Foto-Ikonografie der Arbeit in der heutigen Welt. Zugleich sind diese Fotos Ausdruck der Vergänglichkeit traditioneller Arbeits- und Produktionsmethoden, die auf der Schwelle zum neuen Jahrtausend unwiederbringlich verloren gehen.