Haus der Photographie

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SANIERUNG DES HAUSES DER PHOTOGRAPHIE

Das Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg wird ab August 2021 grundlegend saniert und modernisiert. Dabei werden nicht nur die Schäden an dem mehr als 100 Jahre alten Baudenkmal behoben, sondern zugleich wird das Ausstellungshaus auch auf internationalem Niveau modernisiert und in der Nutzung erweitert.

So entstehen neue Flächen für die Sammlung F.C. Gundlach, Räume für kulturelle Bildung und soll die südliche Halle der Deichtorhallen mit ihrer Buchhandlung und der Gastronomie noch besser in den Stadtraum geöffnet werden.

Realisiert und finanziert wird das anspruchsvolle Projekt im Rahmen des sogenannten Mieter-Vermieter-Modells durch die städtische Realisierungsgesellschaft Sprinkenhof. Mit der Umsetzung wurde das für denkmalgeschützte Bauten profilierte Architekturbüro Krekeler Architekten und Generalplaner (Brandenburg, Berlin, Braunschweig) beauftragt, welches das Sanierungskonzept in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt entwickelt hat.

Mit ihrer Industriearchitektur vom Beginn des 20. Jahrhunderts sind die Deichtorhallen als Ensemble eines der wichtigsten technischen Kulturdenkmale der Stadt Hamburg. Nachdem 2015 die Sanierung der nördlichen Deichtorhalle erfolgreich abgeschlossen werden konnte, wurde die Bausubstanz der Südhalle intensiv untersucht und in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt ein umfassendes Sanierungskonzept erarbeitet.

Im Rahmen der Sanierung werden unter anderem Schäden an der Tragwerkskonstruktion behoben und die Fassaden erneuert. Dabei bleibt die charakteristische und durch das Dach geprägte Silhouette des Denkmals erhalten und die filigrane Gliederung der Giebelverglasung aus der Entstehungszeit wird wieder hergestellt.

Im Rahmen der Sanierung wird auch die technische Gebäudeausstattung komplett erneuert und an die Anforderungen des Hauses der Photographie als international renommiertem Ausstellungshaus auf aktuellem Niveau angepasst. Gleichzeitig öffnet sich das Haus zu allen Seiten und verbindet so die innere Stadt mit der HafenCity und dem Kreativquartier Oberhafen.

Das Foyer am Haupteingang an der Nordfassade wird neu gestaltet und durch den Rückbau der momentan eingezogenen Geschossebene wieder in seiner ganzen Höhe erlebbar gemacht. Die imposante zentrale Ausstellungshalle wird in ihrem bisherigen Charakter als große flexibel nutzbare Fläche mit über 800 Quadratmeter erhalten bleiben, aber technisch komplett modernisiert.

Die Halle öffnet sich zukünftig auch zur Westfassade mit einem Eingang über den eine neu geschaffene Publikumsfläche im ersten Obergeschoss zu erreichen sein wird. Hier entsteht ein neuer Bereich zur Präsentation der Sammlung F.C. Gundlach, bestehend aus einer Ausstellungsfläche, einem Schaudepot, sowie der Bibliothek F.C. Gundlach.

An der Nordseite wird ein neuer Workshopbereich für kulturelle Bildung entstehen, um das Bildungs- und Vermittlungsangebot auszubauen und räumlich leicht zugänglich für ein breites Besucher*innen Publikum zu gestalten. Dazu wird das bisher ungenutzte frühere Toilettenhäuschen der ehemaligen Markthallen mit seiner besonderen Architektur erstmals grundlegend saniert. Hier entsteht außerdem ein neuer Eingang zu den Büro- und Verwaltungsflächen im ersten Obergeschoss.

Die Flächen der Buchhandlung und des Restaurants werden besser aufgeteilt und unterstreichen die Öffnung der Deichtorhallen in den Stadtraum.

Für die Sanierungszeit wurde auf dem Deichtorplatz mit dem PHOXXI ein »temporäres Haus der Photographie« errichtet werden, in welchem das Programm mit besonderen Formaten fortgesetzt werden kann und die Büros der Deichtorhallen übergangsweise einziehen können. Das PHOXXI versteht sich dabei auch als Projektraum, um Zukunftsfragen der Photographie in Ausstellungen, Symposien und Veranstaltungen zu diskutieren. Zusätzlich finden punktuell fotografische Ausstellungen auch in der Halle für aktuelle Kunst und der Sammlung Falckenberg statt.

AUSSTELLUNGSHAUS

Das Haus der Photographie ist mit internationalen Wechselausstellungen zur Fotografie und mit der bedeutenden fotografischen Sammlung F.C. Gundlach der Anlaufpunkt für Fotografie in Hamburg. Es zeigt historische Positionen vom 19. bis 21. Jahrhundert ebenso wie junge Fotograf*innen der Gegenwart sowie thematische Gruppenausstellungen zu aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen und zukunftsweisenden Tendenzen des Mediums.

Seit seiner Gründung 2003 zeigt das Haus der Photographie – neben junger Fotografie in Gruppenausstellungen sowie Ausstellungen zu Aspekten der Fotografiegeschichte – vor allem große monografische Ausstellungen herausragender fotografischer Positionen, oftmals als Erstentdeckungen. Außerdem wird das Genre der Modefotografie mit all seinen Themenkomplexen neu beleuchtet.

Maßgeblich konzipiert wurde das Haus der Photographie von Prof. F.C. Gundlach – Gründungsdirektor und künstlerischer Leiter des Hauses der Photographie in den Jahren 2003 bis 2005. Auch in den folgenden fünfzehn Jahren wurde ausgehend von der Sammlung Gundlach das Genre der Modefotografie mit all seinen Themenkomplexen neu beleuchtet.

Ebenso initiierte er 1999 die Triennale der Photographie in Hamburg. Das Fotofestival findet alle drei Jahre in ganz Hamburg statt, zentraler Veranstaltungsort ist traditionell das Haus der Photographie und die Halle für aktuelle Kunst der Deichtorhallen in Hamburg.

Ergänzt wird das Haus der Photographie durch die Bibliothek F.C. Gundlach, ein Auditorium und eine Fachbuchhandlung für Fotografie und Kunst sowie das Restaurant »Der erdbeerfressende Drache«.

Im Haus der Photographie wurden zahlreiche Einzel-, Themen- und Gruppenausstellungen präsentiert: Martin Parr (2004), gute aussichten – Junge deutsche Fotografie der Gegenwart (seit 2005), The Heartbeat of Fashion (2006), Lillian Bassman und Paul Himmel (2009), Paul Graham (2010), Nobuyoshi Araki (2010), Eyes on Paris – Paris im Fotobuch (2011), Saul Leiter (2012), Albert Watson (2012), Guy Bourdin (2013), Harry Callahan (2013), Ute und Werner Mahler (2014), Sarah Moon (2016) und Alec Soth (2017).

Im PHOXXI wurden bisher Ausstellungen mit u.a. Jack Davison, Omer Fast, Frida Orupabo, Paul Mpagi Sepuya, Ragnar Axelsson und Claudia Andujar realisiert.