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Christus- Darstellungen aus drei Jahrhunderten Photographie

19.12.2003 - 12.04.2004 in der nördlichen Deichtorhalle

Toni Catany: El christ d’Esperreguera, 1997, Chromogendruck, Künstlerleihgabe

Von Weihnachten 2003 bis Ostern 2004 wurden in der Ausstellung „Corpus Christi“ Christus-Darstellungen aus 150 Jahren Photographie im „Haus der Photographie“ der Deichtorhallen Hamburg präsentiert.

Die Ausstellung stand unter Schirmherrschaft von S. E. Shimon Stein, Botschafter des Staates Israel in Deutschland. Rund 150 Exponate von insgesamt 81 verschiedenen Künstlern reflektieren das Leben Christi und den prägenden Einfluss des Themas auf die abendländische Kunst. Es werden Arbeiten von Stars der Photographiegeschichte wie Man Ray, Annie Leibovitz oder Robert Mapplethorpe, aber auch Werke von weniger bekannten Photographen zu sehen sein. Die Ausstellung widmet sich einem bisher wenig beachteten Bereich der Photographiegeschichte: Von Beginn an haben sich einzelne Photographen immer wieder der christlichen Ikonographie bedient. Manche der Bilder wurden zu Meilensteinen in der Geschichte des Genres. Zahlreiche Aufnahmen beschäftigen sich mit dem Leben Christi und den im Neuen Testament beschriebenen Ereignissen. Entstanden in dem Wunsch und Bedürfnis nach religiöser Erfahrung und Darstellung, zeigt sich durch die häufige unbewusste Aufnahme christlicher Symbole in den Bildern die Allgegenwart und der große Einfluss des Christentums auf die westliche Kunst und Kultur.

Die Bandbreite der Darstellungen reicht von Selbstporträts der Photographen in Gestalt Jesu Christi über Gruppenbilder, die Szenen aus der Passionsgeschichte zeigen, bis hin zur Verwendung subtiler Symbole und Hinweise, die die Gegenwart Jesu andeuten.

Zeugen die Photographien von Julia Margaret Cameron, Anne Brigman, Andres Serrano und Rauf Mamedov von einem klar ästhetischen Ausdruckswillen, so haben die Arbeiten von Fred Holland Day und Oscar Gustav Rejlander einen gänzlich religiösen Anspruch. Die Künstler John Heartfield, W. Eugene Smith und Manuel Alvarez Bravo verfolgen mit ihren Photographien eine sozialkritische oder politische Intention. In der zeitgenössischen Photographie wird christliche Symbolik vermehrt dazu genutzt, satirische, subversive oder kommerzielle Aussagen zu treffen.

„Corpus Christi“ ist die erste Ausstellung, die sich mit der Verwendung christlicher Motive innerhalb der 150-jährigen Entwicklung der Photographie beschäftigt.

Die vom Israel Museum, Jerusalem, organisierte Ausstellung ist als einzige deutsche Station in den Hamburger Deichtorhallen zu sehen.

 

 

Beteiligte Künstler:

 

Marina Abramovic & Ulay - Freddy Alborta - Manuel Alvarez Bravo - Dieter Appelt - Deganit Berest - Charles I. Berg - A. Bert - Pierre Bonnard - Ariele Bonzon - Anne W.Brigman - Larry Burrows - Julia Margaret Cameron - Toni Catany - Fred Holland Day - John Demos - Frantisek Drtikol - John Dugdale - Max Dupain - Eugene Durieu - Jose Ortiz Echague - Giuseppe Enrie - Bill Eppridge - Evergon (Al Lunt) - Thérèse Frare - André Garban - Luis Gonzalez Palma - Gabriel Harrison - John Heartfield - Jürgen Hentschel - Lewis Hine - Noel Jabbour - Charles-Francois Jeandel - Joel Kantor - Micha Kirshner - Herlinde Koelbl - Miki Kratzman - Les Krims - Dinh Q. Le - Rudolf F. Lehnert & Ernst Landrock - Annie Leibovitz - Rauf Mamedov - Robert Mapplethorpe - Gaudenzio Marconi - Marinus - Kurt Markus - David McDermott & Peter McGough - Duane Michals - Boris Mikhailov - Ilan Mizrahi - Vik Muniz - Adi Nes - John O'Reilly - Orlan - Pierre et Gilles - Man Ray - Oscar Rejlander - Bettina Rheims - Humberto Rivas - Geno Rodriguez - J. Roseman - Jan Saudek - Andres Serrano - Jose Maria Sert - W.Eugene Smith - Paul Strand - Boaz Tal – Sam Taylor-Wood - E.C. Templier - Edmund Teske - Dean Tokuno - C.Tune - Jan Van Leeuwen - Raymond Voinquel - Joel-Peter Witkin - Pavel Wohlberg - David Wojnarowicz - Pat York - Kimiko Yoshida – Dana & Boas Zonshine - Natale Zoppis - Frederick T. Zugibe