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GÖTTER DES HIMALAYA – BUDDHISTISCHE KUNST TIBETS. SAMMLUNG GERD-WOLFGANG ESSEN

19. APRIL BIS 2. JUNI 1991


Der Deichtorhallen-Ausstellungs GmbH und dem Hamburgischen Museum für Völkerkunde ist es gelungen, die Sammlung religiöser Kunst Tibets und der Himalaya-Länder des Hamburger Privatsammlers Gerd-Wolfgang Essen, die bereits in Köln, Prag, Berlin und München mit großem Erfolg gezeigt wurde, auch nach Hamburg zu holen.

Der XIV. Dalai Lama verlieh dieser Sammlung von Weltgeltung anlässlich seines Besuchs im Jahre 1982 den Ehrentitel "Kostbares, Güte und Segen spendendes Schatzhaus" und sprach sich nachdrücklich dafür aus, diese Kunstschätze der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Als Beitrag zum internationalen Tibet-Jahr 1991 sind über 750 Objekte der Sammlung Gerd-Wolfgang Essens vom 19. April bis zum 2. Juni in der südlichen Deichtorhalle zu sehen. 

Kunst

Über 750 Objekte von einzigartiger Qualität des Hamburger Sammlers Gerd-Wolfgang Essen, einer der bedeutendsten Privatsammlungen tibetischer Kunst der Welt, bieten einen umfassenden Überblick über die bei uns bisher nur wenig bekannte religiöse Kunst der Himalaya-Länder.

Buddhismus

Tibetische Kunst ist ausschließlich sakrale Kunst. Bereits die Herstellung der Kunstwerke gilt als religiöse Handlung, und selbst in einer Ausstellung behalten sie für den Gläubigen ihre heiligen Wirkkräfte. Die gezeigten Kultplastiken, Malereien, Ritualgeräte, Masken, Gewänder und Gegenstände der Tempeleinrichtung sowie das eigens für die Ausstellung angefertigte Sandmandala gewähren einen überzeugenden Einblick in alle Aspekte des tantrischen Buddhismus Tibets, in sein Pantheon und in sein aufwendiges Ritual, und damit auch in das von der Religion beherrschte tägliche Leben der Tibeter.

Tibet

Seit der Annexion durch China im Jahre 1950 ist Tibet als selbständiger Staat von der Landkarte verschwunden. Die Zerstörungen während der »Kulturrevolution« bewirkten eine fast völlige Vernichtung der tibetischen Kunst und Kultur in dem besetzten Land, und der zunehmende Tourismus in den Himalaya-Ländern sorgt für einen weiteren Niedergang dieser faszinierenden Kunst. Die Ausstellung zeigt hervorragende Zeugnisse des Kunstschaffens der Tibeter und weist hin auf Unterdrückung und Freiheitsstreben dieses friedliebenden Volkes auf dem »Dach der Welt«.

in Hamburg

Ausstellung vom 19. April bis 2. Juni 1991 in der Südhalle der Deichtorhallen, Altländer Straße, 2000 Hamburg 1. Ein umfangreiches Programm mit Führungen, Vorträgen, Film- und Diavorführungen begleitet die Ausstellung. Der reich bebilderte, zweibändige Katalog von G.-W. Essen und Tsering Tashi Thingo gibt eine ausgezeichnete Einführung in Religion und Kunst der Himalaya-Länder. Von den gleichen Autoren erscheint zur Ausstellung ein Band, der speziell Padmasambhava gewidmet ist.

Katalog:

Die Götter des Himalaya: Buddhistische Kunst Tibets; Die Sammlung Gerd-Wolfgang Essen, Katalog in zwei Bänden, Hg.: Gerd-Wolfgang Essen, Tsering Tashi Thingo, München 1989, mit einem Geleitwort des Dalai Lama, Vorwort von Gerd-Wolfgang Essen und eine Einführung von Roger Goepper, Band 1 (Tafelband, 299 S.), 205 farbige Abb. und zahlreiche Skizzen, Band 2 (Bestandskatalog, 308 S.), 462 s/w Abb.