ARCHIV
 

Julia Stoschek Collection - I want to see how you see

16.04. – 25.07.2010 (Große Deichtorhalle)

Weltweit erstmalig wird die JULIA STOSCHEK COLLECTION außerhalb des privaten Sammlungshauses in Düsseldorf in einem musealen Kontext vorgestellt. Auf über 2.000 qm werden ab dem 16. April 2010 Werke von über 50 Künstlern in den Deichtorhallen aus dieser sehr jungen Privatsammlung präsentiert.

Der Titel der Ausstellung „I want to see how you see“ geht auf eine gleichnamige Arbeit von Pipilotti Rist (2003) zurück. In der Ausstellung liegt der Schwerpunkt auf Film- und Videoarbeiten wie in der gesamten Sammlung von Julia Stoschek. Begleitend werden Skulpturen (z.B. von Nandipha Mntambo), fotografische Arbeiten (z.B. Thomas Demand, Taryn Simon, Thomas Ruff) und Installationen (z.B. von Jeppe Hein) gezeigt.

Die Ausstellung knüpft an die Tradition der Deichtorhallen an, große Sammlungen zu präsentieren. In diesem Fall handelt es sich um eine der bedeutendsten Sammlungen medial geprägter Kunst in Deutschland, was sicher mit dem Alter der Sammlerin (*1975) in Zusammenhang steht. Gleichzeitig knüpft die Schau an die Ausstellung „Feuer, Erde, Wasser, Luft“ der Deichtorhallen an, die 1993 im Rahmen der Mediale erstmals medienorientierte Kunst in den Deichtorhallen breit gefächert zeigte.

In der Ausstellung der Deichtorhallen werden zum einen einige Klassiker der Video-Kunst wie Marina Abramović „Art must be beautiful, Artist must be beautiful“ von 1975/76, Vito Acconcis „Openings“ (1970) und Chris Burdens „Shoot“ (1971) präsentiert, der Großteil der Arbeiten stammt aber aus den 2000er Jahren. Von eher lyrischen Arbeiten wie z.B. Heike Baranowsky „Mondfahrt“ über aufwendig animierte Filme wie Björks „Wanderlust“ in 3D bis zu großartigen Rauminstallationen z.B. von Monica Bonvicini, Anthony McCall und Nathalie Djurberg.

Künstlerliste

Marina Abramović, Vito Acconci, Pep Agut, Peggy Ahwesh, Doug Aitken, Eleanor Antin, Heike Baranowsky, Lynda Benglis, Walead Beshty, Björk, Monica Bonvicini, Robert Boyd, Chris Burden, Jeff Burton, Matt Calderwood, Paul Chan, Patty Chang, Thomas Demand, Jen DeNike,  Nathalie Djurberg, Claus Föttinger, Douglas Gordon, Cao Guimarães, Andreas Gursky, Jeppe Hein, Christian Jankowski, Isaac Julien, Terence Koh, Klara Liden, Gordon Matta-Clark, Anthony McCall, Adam McEwen, Alex McQuilkin, Nandipha Mntambo, Lutz Mommartz, Bruce Nauman, Carsten Nicolai, Tony Oursler, Paul Pfeiffer, Rob Pruitt, Pipilotti Rist, Aura Rosenberg, Martha Rosler, Mika Rottenberg, Thomas Ruff, Christoph Schlingensief, Carolee Schneemann, Taryn Simon, Wolfgang Tillmans, Steina Vasulka, Clemens von Wedemeyer, Franz West, Hannah Wilke, Aaron Young.


Gespräch am Do. 24. Juni 2010, 19 Uhr

Wir laden Sie herzlich zum Sammlergespräch zwischen

Julia Stoschek und Harald Falckenberg

moderiert durch Dirk Luckow (Intendant der Deichtorhallen Hamburg)

am Donnerstag, 24. Juni 2010 um 19 Uhr in die Deichtorhallen Hamburg ein.

Der Besuch der Privatsammlung von Harald Falckenberg in Hamburg-Harburg im Sommer 2001 hat Julia Stoschek nachhaltig beeindruckt und zum Sammeln animiert. „Dieser Nachmittag in der Sammlung Falckenberg hat mich so begeistert, dass mir von diesem Moment an klar war, was meine Zukunft bestimmen würde“, sagt sie im Interview.

Die JULIA STOSCHEK COLLECTION ist eine private Sammlung zeitgenössischer Kunst mit dem Schwerpunkt Medien und Videokunst, Installation und Fotografie. In der ca. 400 Arbeiten umfassenden Sammlung sind Arbeiten u.a. von Bruce Naumann und Marina Abramoviċ über Doug Aitken, Paul Pfeiffer bis hin zu Monica Bonvicini, Mika Rottenberg, Heike Baranowsky, Isaac Julien.

Julia Stoschek ist 1975 geboren und Gesellschafterin der Brose-Unternehmensgruppe, eines Automobilzulieferers. Sie studierte Betriebswirtschaft und hat sich seit Ende ihres Studiums 2001 ganz der Kunst verschrieben. Seit 2004 gehört sie dem Direktoren-Board der KW-Institute for Contemporary Art, Berlin, an. 2007 wurde sie in das Trustee Committee on Media and Performance Art am MoMA, Museum of Modern Art, New York, als stimmberechtigtes Mitglied der Ankaufskommission aufgenommen.

Ihre Heimat fand die Sammlung in den ehemaligen Produktionsstätten der Rahmenfabrik Conzen. Das Gebäude, das im Jahr 2007 100jähriges Jubiläum feierte, wurde hierfür vom Architekturbüro Kuhn Malvezzi durch alle Geschosse hindurch auf die besonderen Anforderungen der Sammlung hin konzipiert. Zur öffentlichen Präsentation stehen der JULIA STOSCHEK COLLECTION im Domizil zwei Ausstellungsgeschosse zur Verfügung.

Die SAMMLUNG FALCKENBERG umfasst etwa 2.000 Arbeiten der zeitgenössischen Kunst der letzten 35 Jahre und wird in den Phoenix-Hallen, Hamburg-Harburg, in wechselnden Ausstellungen vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt auf Werken international anerkannter Künstler, die seit 1975 in Hamburg und später in Berlin tätig geworden sind. Seine Sammlung zeitgenössischer Kunst wird von dem New Yorker Kunstmagazin ArtNews seit 2001 zu den 200 weltweit besten Kollektionen gezählt.

Prof. Dr. Harald Falckenberg (* 1943) ist seit 1979 Geschäftsführer eines Familienunternehmens der Betankungsbranche. Er war zwölf Jahre Richter am Hamburger Verfassungsgericht. Seit 1996 ist er im Vorstand des Hamburger Kunstvereins, seit 1999 als Vorsitzender. Er ist weiterhin u.a. Mitglied der Advisory Boards des Museum of Modern Art, New York, der Tate Modern, London, und des internationalen Museumsverbandes CIMAM, London. Darüber hinaus ist er Verfasser zahlreicher Essays und Beiträge zur Gegenwartskunst, die in Katalogen, Magazinen und Feuilletons publiziert worden sind.


Eintritt: 10,- €, erm. 7,- € inkl. Ausstellungsbesuch am gleichen Tag.
Um Anmeldung wird gebeten unter Tel. 040 – 32 10 30 oder mail(at)deichtorhallen.de

geänderte Öffnungszeiten in der großen Deichtorhalle

Dienstag, Mittwoch 14 - 21 Uhr (außer an Feiertagen)
Donnerstag 11 - 21 Uhr (außer an Feiertagen)
Freitag, Samstag, Sonntag 11 - 18 Uhr

Öffentliche Führungen (im Eintrittspreis enthalten)

Sa + So und Himmelfahrt und Pfingstmontag jeweils um 16.00 Uhr und (ab dem 3. Juni 2010) am Donnerstagabend um 19.00 Uhr durch die Ausstellung Julia Stoschek Collection - I want to see how you see.

Pressematerial und Informationen bei:

Deichtorhallen Hamburg GmbH
Angelika Leu-Barthel
Deichtorstr. 1-2
D-20095 Hamburg
Tel. +49 (0) 40-32103-250
Fax +49 (0) 40-32103-230
presse(at)deichtorhallen.de

Björk (Encyclopedia Pictura) Wanderlust (3-D), 2008. Stereoskopische, digitale Videoinstallation. 7:27 min., Farbe, Ton, Edition 6, Courtesy of One Little Indian
Heike Baranowsky: „Mondfahrt“, 2001. Videoinstallation, 6:22 min. Installationsansicht Julia Stoschek Collection, Düsseldorf. Foto: Achim Kukulies
Robert Boyd: „Xanadu“, 2006. 4-Kanal-Videoinstallation, 22 min. Installationsansicht Deichtorhallen Hamburg. Foto: Birgit Hübner
Taryn Simon, Larry Mayes, Scene of arrest, The Royal Inn, Gary, Indiana, 2002, C-Print, 121,9 x 157,5 cm, Edition 5. Courtesy Gagosian Gallery
Patty Chang: Fan Dance, Video, 2003
Julia Stoschek am 15.4.10 in den Deichtorhallen Hamburg. Foto: Birgit Hübner
Monica Bonvicini, "Destroy She Said", 1998, 2-Kanal-Videoinstallation, 60 min, Installationsansicht in den Deichtorhallen Hamburg. Foto: Birgit Hübner