Vorschau

DIX UND DIE GEGENWART

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Halle für aktuelle Kunst 29. September 2023 — 25. Februar 2024

Die Deichtorhallen Hamburg bereiten für den Herbst 2023 eine groß angelegte Ausstellung zu Otto Dix und seinem Einfluss auf die Kunst bis heute vor. Die zweiteilige Ausstellung stellt im ersten Teil erstmalig das vermeintlich unpolitische Werk Dix‘ der NS-Zeit vor, in dem die künstlerischen Auswirkungen von politischer Zensur, Anpassung, Widerspruch und politischer Ikonographie deutlich werden.

Ausgehend von Otto Dix’ (1891–1969) noch heute populären, radikalen und provokativen Arbeiten der 1920er Jahre entstand ab 1933 ein vermeintlich unpolitisches, in der Bildsprache weit weniger offensiv gesellschaftskritisch angelegtes OEuvres: Die zuvor frappierenden Gesellschaftsbilder transformierten nach 1933 in teils subversive, teils subtile Formen der Zeitkritik. Anstelle von Kriegsszenarien und soziokritischen Milieus traten primär Landschaftsdarstellungen, Auftrags-Porträts und ab 1937 christlich-allegorische Motive.

Das während der NS-Zeit entstandene Werk von Otto Dix hat in der Ausstellungs- und Forschungslandschaft bislang eine sekundäre Position eingenommen, dieser Lücke widmet sich die Ausstellung »Dix und die Gegenwart« im ersten Teil. Um Dix‘ künstlerische Gattungen der Landschaft, des Porträts und der christlichen Motive im zeitpolitischen Verhältnis zu erfassen, setzt die Ausstellung den Maler, sein Werk und sein berufliches Vorkommen in den kunst-politischen Kontext von Weimarer Republik, Nationalsozialismus sowie der unmittelbaren Nachkriegszeit.

Die künstlerische Dix-Rezeption in Bezug auf motivische, politisch-ikonographische, stilistische, technische und gattungsspezifische Fragen bildet den Fokus des zweiten Ausstellungsteils. So macht die Schau einerseits die Veränderungen von kulturellen und gesellschaftlichen Vorzeichen in der Rezeption des Dix‘schen OEuvres sichtbar, zeigt aber auch die große Faszination, die sein Werk auf rund 40 der namhaftesten Gegenwartskünstler*innen weltweit – zwischen Aneignung und Neuinterpretation, Herausforderung und Ansporn – ausübt. Zu den ausgewählten Künstler*innen zählen unter anderem: Yael Bartana, Monica Bonvicini, Marc Brandenburg, John Currin, Alice Neel, Nicolas Party, Cindy Sherman, Katharina Sieverding und Kara Walker u.v.a.

Kuratiert von Dr. Ina Jessen.

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