Kunstlabor #online feat. OpenArt

Die Geschichte von Künstlerinnen, deren Sichtbarkeit und Einfluss auf das Kunstschaffen steht im Zentrum des Projektes OpenArt. Es setzt hier an und schafft ein Bewusstsein für die dem Kunst- und Kulturbetrieb zugrunde liegende Vielfalt.

WORUM GEHT ES IN DIESEM PROJEKT?

In diesem Schulprojekt sichteten die Schüler*innen thematisch ausgewählte Werke aus dem Bestand der Sammlung Falckenberg, die eine Vielzahl weiblicher Positionen der Gegenwartskunst umfasst. Die Schüler*innen wurden dazu angeregt, sich mit dem komplexen Thema Geschlechterrollen auseinanderzusetzen. Sie reflektierten die sie umgebenden Rollenbilder in ihrem persönlichen Alltag mittels künstlerischer Strategien. Das eigenständige experimentelle Arbeiten sowie die Stärkung der individuellen, kreativen und künstlerischen Potenziale der Schüler*innen standen dabei im Vordergrund. Ein weiterer Anknüpfungspunkt war die Einzelausstellung der Künstlerin Katharina Sieverding, die sich in ihrem Werk ebenfalls mit Fragen nach Identität beschäftigt.

WER IST AN DIESEM PROJEKT BETEILIGT?

Bei OpenArt handelt es sich um eine Kooperation der Kulturellen Bildung Sammlung Falckenberg/Deichtorhallen Hamburg mit der Nelson-Mandela-Schule in Wilhelmsburg. Insgesamt nahmen 22 Schüler*innen an dem Projekt teil (Lehrerin Anaïs Kindermann). Leitende und durchführende Künstlerin war Sabine Flunker (Bühnenbildnerin und Illustratorin). Gefördert vom Projektfonds Kultur & Schule.

WIE WURDE DAS PROJEKT UMGESETZT?

Ursprünglich sollte das Projekt im Präsenzunterricht realisiert werden. Aufgrund der Pandemie musste jedoch im Frühjahr 2021 eine neue digitale Umsetzungsmöglichkeit gefunden werden. Das Konzept des Kunstlabors #online bot sich als Vorbild an. Als Zeitreise durch die Ausstellungsgeschichte der Deichtorhallen gedacht, bietet Kunstlabor #online mit Arbeitsblättern zu diversen Künstler*innen viele Möglichkeiten, ein Kunstprojekt zu gestalten. Ob hybrid, online oder in Präsenz, alles ist im Kunstlabor #online denkbar. Das forschende, experimentelle Arbeiten steht im Vordergrund.

Im Rahmen von aufeinanderfolgenden Online-Projekttagen und anhand von Arbeitsblättern zu ausgewählten künstlerischen Positionen erhielten die Schüler*innen Aufgaben, die sie selbstständig zu Hause und mit alltäglichen Materialien in eigene Kunstwerke umsetzen konnten. Die Arbeitsblätter und die daraus resultierenden Ergebnisse wurden immer zum jeweils nächsten Projekttag vorgestellt und besprochen. So entstanden sehr persönliche Werke, in welchen die Schüler*innen neue künstlerische Strategien kennenlernten sowie ihre eigene Rolle in der Gesellschaft reflektieren und spielerisch anders denken konnten.


Ergebnisse

Katharina Sieverding

Benötigtes Material: eine aktuelle Tageszeitung (z. B. Mopo, Hamburger Abendblatt, Frankfurter Rundschau, TAZ …), Schere, Klebestift, Papier A4 oder A3, Wasser- oder Acrylfarben

Handlungsanregung 1:

• Kaufe dir eine Tageszeitung.
• Schaue sie dir genau an und wähle zwei Bilder aus, deren Geschichte dich interessiert
• Zerschneide die Bilder und füge sie zu einem neuen Bild zusammen. Erzähle damit eine neue Geschichte.
• Klebe dein Ergebnis auf das Papier.

Bild: Rosa Ayla Güngör

Bild: Rosa Ayla Güngör

Bild: Benice Oppong

Handlungsanregung 2:
• Bearbeite deine Collage mit Farben.
• Spiele dabei mit deckenden und transparenten Flächen.


Bild: Jule Matilda Graf

Bild: Aleyna Güven

Cindy Sherman

Benötigtes Material: Kamera o. Handykamera, Requisiten (z. B. Schminke, Perücke, Brille ...), einfarbiger Hintergrund (Wand, Bettlaken, Tuch ...), Recherche über Popstarbilder

Handlungsanregung 1:
• Verwandle dich in ein anderes Geschlecht (z. B. Junge zu Mädchen oder Mädchen zu Junge). Benutze dafür alles, was dir an Requisiten zur Verfügung steht.
• Positioniere dich vor einem einfarbigen Hintergrund und mache vier Fotos von dir oder lasse dich fotografieren. Probiere verschiedene Posen.

Bild: Akomedi Tadjou Arouna

Bild: Benice Oppong

Bild: Jannis Raúl Alcantara Ketelsen

Bild: Rosa Ayla Güngör

Handlungsanregung 2:
• Stelle dich dar, als wärest du ein Popstar. Benutze hierfür wieder dir zur Verfügung stehende Requisiten.
• Gestalte nun auch den Hintergrund möglichst glamourös. Orientiere dich an den Bildern deiner Popstars.
• Mache wieder vier Fotos.

Bild: Akomedi Tadjou Arouna

Bild: Benice Oppong

Bild: Jannis Raúl Alcantara Ketelsen

Bild: Rosa Ayla Güngör

Cosima von Bonin

Benötigtes Material: Stoff, Nähzeug, Stofftiere, Spielfiguren, altes Spielzeug, z. B. aus Überraschungseiern

Handlungsanregung 1:
• Nähe einen »Bonin-Lappen« aus Stoffresten zusammen.
• Sticke eine Frage oder eine Aufforderung auf den Stoff. Du darfst auch grob sticken und Fäden hängen lassen.
• Hänge, lege oder wickele deinen »Lappen« um etwas herum und fotografiere ihn aus vier verschiedenen Blickwinkeln.

Bild: Akomedi Tadjou Arouna

Bild: Hamsa Merhi

Bild: Rosa Ayla Güngör

Handlungsanregung 2:
• Suche dir aus altem Spielzeug ein Stofftier oder eine Tierfigur aus Plastik aus. Verbinde sie mit Dingen, so dass sie eine neue Geschichte erzählt.
• Stelle die fertige Figur auf einen Sockel (z. B. auf einen Karton oder ähnliches). Überlege dir einen passenden Titel, schreibe eine kurze Geschichte dazu.
• Fotografiere dein Objekt aus vier verschiedenen Blickwinkeln.

Bild: Akomedi Tadjou Arouna

Bild: Isa Kilic

Bild: Lisa Marie Plenus

Sophie Calle

Benötigtes Material: Tisch mit Tischdecke, Teller, Besteck, Serviette, Essen

Handlungsanregung 1:
• Entscheide dich für zwei Farben.
• Installiere zwei einfarbige Tischgedecke mit passendem Essen. Alles darf auch aus Pappe oder Papier nachgebaut sein.
• Fotografiere deine beiden Arbeiten von oben.

Bild: Victoria Jacqueline Zahou M’Bah Togouli

Bild: Aleyna Güven

Bild: Jannis Raúl Alcantra Ketelsen

Handlungsanregung 2:
• Fotografiere auf deinem Weg in die Schule und wieder nach Hause alle Beine und Füße, die dir begegnen, ohne dass es jemand bemerkt.
• Überlege dir eine entsprechende Kamerahaltung und vermeide, das Bild vorher zu überprüfen. Mache die Bilder also »blind«.
• Fotografiere in Schwarz-Weiß. Stelle daraus eine Fotoserie von 10 Bildern in Schwarz-Weiß zusammen.

Bild: Hamsa Merhi

Bild: Lisa Marie Plenus

Bild: Lisa Marie Plenus

Kontakt

Barrierefreiheit

Die Halle für aktuelle Kunst und das Haus für Photographie der Deichtorhallen Hamburg sind mit dem Zertifikat »Barrierefreiheit geprüft« ausgezeichnet. Die Deichtorhallen sind barrierefrei für Menschen mit Gehbehinderung und teilweise barrierefrei für Rollstuhlfahrer*innen.

Besondere Bedürfnisse möchten wir gerne berücksichtigen, um so allen Interessierten die Teilnahme an unseren Veranstaltungen zu ermöglichen. Bitte sprechen Sie uns an, damit wir gemeinsam eine adäquate Lösung für die barrierefreie Teilnahme finden können.